Drei Tools für 3D Animationen

Das bearbeiten von Videos kann ich ja. Behaupte ich zumindest. Weil sich meine bisherigen Erfahrungen aber nur auf das Filmen und Schneiden von Hochzeits- und Urlaubsvideos begrenzt hat, habe ich mich noch nie mit dem Thema Animationen auseinandergesetzt. Zu kompliziert, dauert ewig, kenne mich nicht aus. Genauso habe ich gedacht. Außerdem braucht man für einen Hochzeitsfilm selten Laserkanonen, Explosionen und außerirdische Raumschiffe.

Schaun wir mal…

Irgendwann bin ich aber an meine Grenzen gestoßen. Ich wollte die Zeitmaschine  aus „Zurück in die Zukunft“ in einem video verwenden. Dafür habe ich mir ein Modellauto gekauft und vor einem Greenscreen Probeaufnahmen gemacht. Das Ergebnis war grottenschlecht.

Die Aufnahmen waren unscharf, die Perspektive hat nicht gestimmt und es sah echt billig aus. In dem Fall hat das sogar gepasst, das ganze Video sollte billig wirken.

… weiter

Irgendwie war ich aber auf den Geschmack gekommen und habe andere Möglichkeiten gesucht, Objekte in meine Videos zu bringen. Nach ein wenig Recherche im Internet hatte ich die vermeintliche Lösung gefunden: 3D-Objekte. Ich kenne 3D-Objekte nur aus dem CAD-Bereich. Nicht, das ich jetzt selbst damit umgehen könnte, aber ich habe sowas schon mal gesehen. Offensichtlich konnte man solche 3D-Objekte in Videos einbauen. Aber wie?

Blender

Sowas kann man mit Blender machen. Ich aber nicht.

Zuerst habe ich Blender versucht. Damit kann man eigene 3D-Objekte generieren und animieren. Die Open-Source Anwendung kann sicherlich sehr viel, nur kenne ich mich hier zu wenig aus. Open Source ist immer wie russisch lernen – zuerst mal lernen, die Buchstaben zu lesen. Bei Blender schaffte ich es nicht einmal, mich mit der Benutzeroberfläche vertraut zu machen. Wie sollte ich hier schnell eine 3D-Animation machen? Außerdem passte Blender naus meiner Sicht nicht zum Rest meiner Anwendungen. Also suchte ich weiter.

After Effects

Irgendwann bin ich dann bei Adobe After Effects gelandet. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht gewusst, was das alles kann. Die ersten Gehversuche waren, sagen wir mal, bescheiden. Ich weiß gar nicht, was ich als erstes ausprobiert habe, das Ergebnis war aber sicherlich schlecht. Doch mit ausreichend Hilfe und Tutorial-Videos auf Youtube („Was zum Henker ist eine Farbfläche?“) habe ich sehr schnell Fortschritte gemacht. Ursprünglich habe ich es gebraucht, um Greenscreen-Aufnahmen zu bearbeiten. Das hat auch sehr gut funktioniert. Doch dann wurde ich neugierig.

Ich will mehr!

Ich wollte 3D-Modelle in Videos verwenden. Im Internet gibt es eine Riesenauswahl an 3D-Modellen, die man kostenlos verwenden kann. Aber wie bringe ich das in meine After-Effects Komposition rein?

Element 3D

Es fliegt

Nach ein bisschen Recherche bin ich auf Element 3D, ein After Effects Plugin von Video Copilot, gestoßen. Das ist richtig genial. Damit kann man 3D-Objekte in bestehende Adobe Premiere Sequenzen einfügen. Natürlich erzielt man mit „Ich bau mal schnell ein Flugzeug ein“ nicht weit, man muss auch noch das Licht, Kamerabewegungen und Reflektionen beachten. Aber nach einiger Zeit hatte ich richtig gute Ergebnisse. Inzwischen arbeitete ich fast ausschließlich mit After Effects und Element 3D. trotzdem habe ich mich noch weiter umgesehen.

Fusion

Der Marsianer entstand mit Fusion (c) 20th Century Fox

Blackmagic-Design kommt aus Australien. Alleine das war mir schon sympatisch. Sie bauen Kameras für Digital Cinema Produktionen und entwickeln auch selbst Software. Fusion ist eine davon. Und das beste daran: Die Software ist meistens kostenlos. Außer, man möchte die Pro-Version. Die kann dann stereoskopisches 3D. Stereoskowas? Das sind dann richtige 3D-Filme. Brauch ich also nicht.

Für den Anfang reicht die kostenlose Variante. Hier hat man schon sehr viele Funktionen, die man erst mal alle herausfinden muss. Da bin ich gerade dabei. Eines aber vorweg: 3D-Animationen gehen mit Fusion fast einfacher als mit After Effects & Element 3D. Der Rest folgt in einem eigenen Beitrag.

Edgar Grasl

Edgar ist der kreative Kopf hinter Wieselfilm. Als bekennender Equipment-Junkie muss er immer das Neueste kaufen und testet die Dinger dann ausgiebig. Die ganzen Pferdefilme auf wieselfilm sind seinem Hobby geschuldet, dem Reiten.

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