Ich brauche mehr Platz

Mir geht der Platz aus. Dabei meine ich nicht physischen Platz, weil ich mir schon wieder etwas Neues gekauft habe. Nein, mir geht der Speicherplatz aus. Ich habe zwar eine Festplatte mit (vor wenigen Jahren noch unvorstellbare) einem Terrabyte drinnen, davon ist aber nicht mehr als ein paar Gigabyte übrig. Die eine Hälfte wird von Tausenden Fotos aus fünfzehn Jahren Digitalkamera belegt, die andere Hälfte von zwei Jahren Video schneiden. Dabei habe ich das alte Zeug schon weggesichert. Trotzdem reichts nicht aus.

Die Lösung daher: Ich brauche mehr Speicherplatz. Bei der Gelegenheit will ich das Ganze auch gleich auf sichere Beine stellen. Also nicht einfach eine neue Festplatte kaufen, sondern gleich eine NAS. Was mich dann zum nächsten Problem führt: Das WLAN ist zu schwach, deshalb muss das auch gepimpt werden.

Da hat sich ja einiges getan

Alte Hütte

Im letzten Jahr, genau an Weihnachten, habe ich mir ein neues Notebook gekauft. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich musste. Das Alte hat nämlich den Geist aufgegeben. Der Kaffee, den meine bessere Hälfte drüber geleert hatte, war wohl nichts für den Rechner. Zack, aus. Deshalb musste ein neues her.

Das neue Notebook hat natürlich viele nützliche Dinge drinnen, die man fürs Video schneiden gut gebrauchen kann. Einen starken Prozessor, eine gute Grafikkarte, einen großen Bildschirm und der Rest war mir eigentlich egal. Deshalb habe ich auch nicht drauf geschaut, welche WLAN-Netzwerkkarte drinnen war. Brauch ich ja nur zum Internet surfen und Videos hochladen.

Doch glücklicherweise unterstützt das Teil den neuen IEE 802.11ac-Standard. Wen interresierts? Mich. Weil damit kriegst du richtig viele Daten drüber. Damit es auch die technisch weniger versierten unter uns verstehen: Das ist ungefähr der Umstieg von einem Laufrad auf ein Rennrad. Mit Nachbrenner. Etwa zehn Mal so schnell. Sollte also fürs Video schneiden reichen. Doch das führte mich zum nächsten Problem: Mein WLAN-Router konnte das nicht. Der war noch als Laufrad unterwegs. Deshalb musste da auch ein neuer her.

So, der Plan

Plan Skizze

Mein Plan war, dass ich also eine NAS kaufe und einen neuen WLAN-Router, der schnell genug war, die Videos auch bereit zu stellen. Doch jedes Mal die einzelnen Dateien hin- und her zu schieben war mir zu mühsam.

Normalerweise nutze ich für den Import meiner Videos in Adobe Premiere sowieso einen Proxy. Sobald ich ein Video ins Projekt reinziehe, wird die Auflösung der Videos herunter gerendert. Warum? Weil die GH5 Videos mit 10 Bit aufnimmt. Flüssiges Abspielen, geschweige denn schneiden der Videos ist damit nicht möglich.

Ich organisiere mich

Schubladen

Meine aufgenommenen Videos habe ich bisher einfach nur über den Windows Explorer organisiert. Früher waren die Videos im Projektordner mit dabei, irgendwann in diesem Jahr bin ich dann aber dazu übergegangen, dass ich sie in einen eigenen Ordner reinziehe, wo alle aufgenommenen Videos drinnen sind. Schön nach Datum sortiert, teilweise auch nach Kamera. Gut daran: Es ist einfach. Schlecht daran: Du suchst ewig. Abgesehen davon habe ich derzeit eine Mischung aus beiden Strukturen: Ein paar Videos sind noch in den Projektordnern drinnen, ein paar schon im neuen Ordner.

Wenn ich schon einen Komplettumbau mache, dann auch gleich die Videos organisieren. Nachdem ich Creative Cloud Kunde bei Adobe bin, kann ich ja auch alles nutze. Deshalb habe ich zuerst Adobe Bridge probiert. War zu langsam. Also auf Lightroom umgestiegen.

Ursprünglich war Lightroom nur dazu da, Fotos zu organisieren. Dabei werden die Metadaten aus den Aufnahmen automatisch ausgelesen. Seit ein paar Jahren kann Lightroom aber auch mit Videos umgehen. Die Videos werden katalogisiert und die Daten dazu in eine Datenbank geschrieben. Theoretisch. Denn wie das in der Praxis ausschaut, kann ich noch nicht sagen. Weil ich es noch nicht ausprobiert habe.

Status Quo

Status Quo

Als WLAN-Router habe ich mir den Netgear R6400 gekauft. Der kann laut Beschreibung Gigabit-WLAN. Also Rakete. Beim Netzwerkspeicher habe ich eine MyCloud EX2 von Western Digital gekauft. Die hat zwei mal zwei Terrabyte Speicherplatz. Weil die Platten gespiegelt werden, habe ich nachher also „nur“ zwei Terrabyte Speicherplatz. Klingt jetzt wenig, ich will aber auch nur die Rohvideos dort speichern. Die belegen derzeit knapp 500 Gigabyte, daher habe ich da noch Platz.

Letzte Woche wurden beide Teile geliefert. Der nächste Schritt ist der Einbau. Also WLAN-Router tauschen, NAS platzieren, das ganze einrichten und die Videos kopieren. Und dann testen, ob das wirklich so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Mal schauen…

Edgar Grasl

Edgar ist der kreative Kopf hinter Wieselfilm. Als bekennender Equipment-Junkie muss er immer das Neueste kaufen und testet die Dinger dann ausgiebig. Die ganzen Pferdefilme auf wieselfilm sind seinem Hobby geschuldet, dem Reiten.

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