Verschlusszeit, Framerate & Co.

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Als ich mich das erste Mal mit den Einstellungen meiner Kamera auseinandergesetzt habe, hatte das einen guten Grund. Denn dank der künstlichen Beleuchtung hatte ich in irrsinniges Flimmern im Bild, das ich irgendwie nicht wegbekommen habe. Im Gegenteil, je mehr ich verstellt habe, desto schlimmer wurde es.

Es gibt beim Filmemachen so viele Zahlen, die man sich merken muss. Dabei hilft es auch nicht wirklich, dass sie ähnlich klingen. Wenn am Display deiner Kamera „30“ steht, dann muss das nicht unbedingt die Bildrate sein. Es kann auch die Verschlusszeit sein. Fehlt halt nur der Einser davor.

Doch wo ist da jetzt der Unterschied? Und welchen Einfluss hat das Ganze auf meine Aufnahmen? Hier mal eine kleine Einführung, was es mit den ganzen Zahlen auf sich hat.

Die Framerate

Kamera beim Filmen, Framerate Einstellungen

Die Bild- oder Framerate ist die Anzahl der Bilder, die pro Sekunde aufgezeichnet werden. Auf Englisch heißt das „Frames per second“ oder kurz „fps“. Sie beeinflusst, wie ein Video erlebt wird, denn unterschiedliche Frameraten geben einen anderen Eindruck vom Video.

Kinofilme laufen normalerweise mit 24 Bildern pro Sekunde, Fernsehen bei uns mit 25 und in den USA mit 29,97 Bildern pro Sekunde. Je höher die Framerate ist, desto mehr Details können erkannt werden. Umgekehrt hast du mit einer geringeren Framerate mehr Bewegungsunschärfe im Bild, läufst aber auch Gefahr, dass dein Video „ruckelig“ wird. Die folgenden, für Videos typischen Frameraten solltest du wählen:

24 FPS – die Standard-Framerate für Kinofilme. Das ist die niedrigste Framerate, die du wählen solltest, denn bei 24 Bildern pro Sekunde sehen Bewegungen noch flüssig aus. Willst du einen „Cinematic Look“ haben, also den Look wie im Kino, dann wähle 24 FPS.

30 FPS – Wenn du schnelle Bewegungen aufnimmst, die man auch noch im Detail erkennen soll, dann wähle 30 FPS. Brauchbar für Sportveranstaltungen oder wenn du eine Soap Opera drehen möchtest.

60 FPS – Diese Framerate eignet sich am besten für Slow-Motion Aufnahmen. Die meisten halbwegs guten Kameras können hier noch mit 4K aufnehmen. In der Nachbearbeitung kannst du dann eine schöne Zeitlupe daraus machen.

Extra Tipp:

Viele Kameras können Voreinstellungen speichern. Bei meiner Lumix GH5 zum Beispiel habe ich drei Einstellungen für die Aufnahme voreingestellt. 24 FPS für normale Aufnahmen, 30 FPS für Sport-Aufnahmen und 60 FPS für Zeitlupe. Die kann ich mit einem Drehrad an der Kamera auswählen und habe schnell immer die richtige Einstellung. Bei den meisten Drohnen funktioniert es ähnlich. Selbst meine alte Mavic Pro hat Voreinstellungen, die ich in der App einstellen kann.

Verschlusszeit

Frau mit Kamera

Der Verschluss ist das Augenlid deiner Kamera. Wie der Name eigentlich schon sagt, gibt die Verschlusszeit an, wie lange der Verschluss geöffnet bzw. geschlissen ist. Der Wichtig dabei: Je HÖHER der Wert der Verschlusszeit ist, desto WENIGER Licht fällt auf deinen Sensor.

Für die optimale Verschlusszeit wählst du das doppelte deiner Framerate oder den nächsten passenden Wert. Wenn du zum Beispiel mit 24 FPS filmst, dann wähle als Verschlusszeit 1/48, bei 30 FPS nimmst du 1/60. Damit kriegst du saubere Aufnahmen.

Und was nehme ich jetzt?

Wie im Kino: Mit 24 FPS und einer Verschlusszeit von 1/48 kriegst du den „Cinematic Look“, dein Video schaut aus wie im Kino. Naja, fast. In der Nachbearbeitung musst du dann noch ein paar Sachen berücksichtigen, aber die Grundlage ist schon mal da.

Das lokale Fußballspiel: Wenn du Sport-Aufnahmen machst oder dein Video wie eine Soap Opera aussehen lassen möchtest, dann nimm 30 FPS und eine Verschlusszeit von 1/60. Für die Soap Opera brauchst du in der Nachbearbeitung noch ganz viel Weichzeichner.

Epische Zeitlupe: Zeitlupenaufnahmen machst du mit 60 FPS und einer Verschlusszeit von 1/120. Schaut dann im Video richtig episch aus.

Probier ein wenig herum

Vielleicht denkst du dir jetzt, das war ja nix neues. Oder du sagst ganz leise „Danke für die Info“. Wie auch immer, das sind Grundlagen fürs Filmen abseits der „Auto“-Einstellung an deiner Kamera. Wenn du das mal verstanden hast, dann kannst du auch ein wenig herumprobieren. Versuch mal eine andere Verschlusszeit und schau, was passiert. Du wirst dich wundern, welche Effekte du damit erreichen kannst.

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