Wie mache ich ein Video?

Der einfachste Guide für Anfänger

Du willst also ein Video aufnehmen. Sehr gute Idee. Vielleicht für deine Arbeit, für Social Media oder einfach nur, um eine Nachricht einmal anders zu verpacken. Du weißt aber noch nicht, wo du anfangen sollst? Wenn du bei Google nach „Wie mache ich ein Video?“ suchst, findest du wahrscheinlich Begriffe wie „Storytelling“, „Post-Production“ oder „Frame-Rates“. Ganz ehrlich – vergiss das mal.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit deinem Smartphone dein erstes Video machen kannst, ganz ohne technischen Firlefanz. Eines, das man sich gerne ansieht. Ohne teure Ausrüstung, ohne Filmwissenschaft. Nur du, dein Handy und ein paar simplen Tricks.

Das Mindset

Bevor wir jetzt über Ausrüstung und Technik reden, müssen wir zuerst einmal über deinen Kopf reden. Weil die größte Hürde für Anfänger ist der Wunsch nach Perfektiion. Du wirst dich in deinem Video sehen und zuerst einmal deine eigene Stimme hassen. Das ist völlig normal, das geht jedem so. Und dann wirst du denken „Bei den ganzen Influencern schaut das viel professioneller aus“.

Ich geb dir mal einen Tipp: Dein erstes Video wird nicht dein bestes sein. Und das ist völlig in Ordnung. Weil das Ziel nicht der nächste Hollywood-Blockbuster ist, sondern einfach mal anzufangen. Weil Authentizität im Internet immer Perfektion schlägt. Sein einfach du selbst.

Die Planung

Vor der eigentlichen Aufnahme solltest du dir zwei Gedanken machen. Erstens: Wer soll sich das Video ansehen und Zweitens: Wo möchte ich mein Video veröffentlichen. Diese zwei Fragen haben nämlich einen Einfluss drauf, wie du dein Video aufnehmen solltest.

Ein Video für deine Großeltern sieht anders aus als ein Video für Instagram oder ein Erklärvideo für deine Kunden. Und hat auch einen Einfluss auf das Aufnahmeformat. Wenn du dein Video auf YouTube, einem Fernseher oder für deine eigene Webseite machen möchtest, dann solltest du im Querformat (16:9) aufnehmen. Für TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts nimmst du im Hochformat (9:16) auf.

Der Ton: Die halbe Miete beim Video machen

Ansteckmikrofon für Video machen
Ein Ansteckmikrofon fürs Video machen (Beispielfoto)

Zum Aufnehmen deines Videos brauchst du zuerst einmal keine teure Kamera. Weil selbst mit dem besten Equipment dein Video nicht besser wird. Nimm am Anfang einfach dein Handy. Weil alle gängigen Smartphones heute eine Kamera drauf haben, die auch Videos aufnehmen kann. In einer mehr als ausreichenden Qualität.

Dafür brauchst du noch zwei Dinge: Eine Halterung fürs Handy, damit du es auch wo hinstellen kannst und ein Mikrofon. Denn bei deinem Smartphone ist das Mikro auf Telefonieren ausgelegt. Ja, das kann man damit auch. Das ist zwar für dein Video ok, aber wenn du wirklich einen guten Sound haben möchtest, dann nimm doch deine Kopfhörer zum Aufnehmen. Die hast du wahrscheinlich sowieso. Der Vorteil dabei ist, dass das Mikro näher beim Sprecher ist. Wenn du es noch besser haben möchtest, dann besorge dir ein Ansteck-Mikro. Die gibt’s schon für ein paar Euro auf Amazon.

Egal, für welche Variante – Kopfhörer oder Ansteck-Mikro – du dich entscheidest. Eines solltest du beim Aufnehmen noch beachten: Die Nebengeräusche. Schau drauf, dass du so wenig wie möglich davon hast. Also Türe und Fenster zu, Laptop und alles, was sonst noch Geräusche machen könnte, wie zum Beispiel Kühlschrank, Klimaanlage oder Fernseher aus machen. Und dein Smartphone in den Flugmodus versetzen. Damits nicht klingelt.

Das richtige Licht zum Video aufnehmen

Fürs Aufnehmen deines Videos brauchst du jetzt keine professionellen Lampen. Natürliches Licht reicht völlig. Achte nur darauf, dass dein Gesicht von vorne beleuchtet wird und du kein Licht im Hintergrund hast. Das entscheidet nämlich, ob dein Video „billig“ oder „hochwertig“ wirkt. Stell dich also so vor dein Fenster, dass dein Gesicht von vorne ausgeleuchtet wird. Wenn du draußen filmst, sollte dir die Sonne ins Gesicht scheinen. Niemals umgekehrt.

Das beste Wetter zum Filmen ist übrigens nicht ein sonniger Tag. Weil dann zu viel Licht da ist. Besser ist es, wenn es bewölkt ist. Das ist sozusagen dein natürlicher „Diffusor“. Aber das Wetter können wir uns nicht aussuchen, das müssen wir so nehmen, wie es ist.

Locker bleiben mit mehreren Aufnahmen

Wenn wir jetzt alles beisammen haben – Kamera, Ton und Licht – dann steht dir nichts mehr im Weg. Du kannst mit deiner Aufnahme anfangen. Und hier darfst du nicht schüchtern sein. Weil niemand deinen ersten Versuch sehen wird. Also lächle, atme ein paar Mal tief ein und aus und los geht’s.

Bei der Aufnahme selbst solltest du darauf achten, dass du immer in die Kamera schaust und dass du genug Zeit lässt, damit du in der Nachbearbeitung den Clip auch trimmen kannst. Also den Anfang und das Ende kürzen. Nicht sofort losquatschen, sobald die Kamera läuft, sondern in Gedanken bis drei zählen, tief Luft holen und dann losquatschen.

Für eine Aufnahme brauchst du Zeit. Ich selbst brauche für ein Erklärvideo, das fünf Minuten dauert, eine halbe bis eine ganze Stunde zum Aufnehmen. Weil auch ich beim ersten Mal alles verkacken werde. Aber je öfter ich ein und denselben Take aufnehme, desto besser wird er.

Die ersten zwei Aufnahmen sind die so genannten „Warm-up“-Takes. Die sind weit weg vom endgültigen Ergebnis und dienen nur zum Aufwärmen. Da stehst du verkrampft da, dir fallen Wörter nicht ein oder du vergisst ganze Sätze. Schau dir diese Takes aber trotzdem an. Weil dann weißt du, was du beim nächsten Mal anders machen musst.

Solltest du dich während der Aufnahme versprechen, dann lass die Kamera trotzdem laufen und fang noch mal von vorne an. Ich machen zwischen zwei Takes immer ein lautes Geräusch wie „Piiiiiep“, damit ich in der Nachbearbeitung sofort sehe, wo ich einen Schnitt setzen muss.

Du wirst merken, dass du mit jeder Aufnahme lockerer, sympathischer und authentischer wirst. Und wenn dir die Aufnahme dann schlussendlich gefällt, dann geht’s ab in die Nachbearbeitung.

Dein Video machen im Schnitt

Zum Schneiden deines Videos gibt’s verschiedene Möglichkeiten. Du kannst entweder direkt am Smartphone mit einer App wie CapCut oder Inshot schneiden oder du schneidest am Rechner mit einem kostenlosen Programm wie ShotCut oder Openshot.

Zuerst einmal machst du einen groben Schnitt. Ordne die einzelnen Aufnahmen einfach in der richtigen Reihenfolge an. Danach kümmerst du dich um die Details. Da kürzt du die einzelnen Clips, damit dein Video flüssig wird und schneidest lange Pausen, Ähm‘s und die Piiiiep‘s raus. Und wenn sich die Kamera-Perspektive oder deine Position vor der Kamera ändern, dann kannst du zwischen zwei Clips noch einen „Füller“ drüberlegen. Das ist ein kurzer Einspieler, der zum Thema passt. Damit vermeidest du, dass du während deines Videos zwischen zwei Clips plötzlich in eine andere Position springst.

Screenshot Füller auf Timeline

Hier gibt’s zwar auch die Möglichkeit, dass du einen so genannten „Morph“-Schnitt verwendest. Da rechnet eine KI zwischen zwei Clips einen Übergang hinein, der die Bewegung dann flüssig aussehen lässt. Funktioniert aber nur bedingt.

Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, dann kannst du noch Untertitel reingeben. Weil viele Menschen die Videos ohne Ton schauen. Und da sind Untertitel Gold wert. In den meisten Apps oder Programmen geht das automatisch. Solange du schönes Deutsch sprichst. Mit österreichischem Deutsch – so wie bei mir – funktioniert das nicht. Da muss ich alles abtippen.

Dein Video veröffentlichen

Du bist mit deinem Video zufrieden? Dann bist du bereit dafür, es auch zu veröffentlichen. Wie das geht, hängt natürlich von deinem Schnittprogramm oder deiner App ab. CapCut zum Beispiel bietet dir die Möglichkeit, dein Video direkt auf TikTok hochzuladen. Bei anderen Anwendungen musst du das Video vielleicht exportieren und dann hochladen.

In manchen Fällen, wie zum Beispiel bei YouTube, brauchst du auch noch ein Video-Thumbnail. Das sind die kleinen Bildchen, mit denen dein Video in der Übersicht angezeigt wird. Da kann dir KI helfen. Oder PowerPoint. Weil mit dem kannst du ebenfalls Bilder erstellen. Wie du es auch machst, ist egal. Hauptsache, du hast ein Video-Thumbnail. Auf dem auch draufsteht, was drinnen ist.

Häufige Fehler (FAQ)

Starte kurz! 60 bis 90 Sekunden sind perfekt, um eine klare Botschaft rüberzubringen, ohne dich zu verzetteln.

Denke immer daran: Du kannst die Aufnahme jederzeit löschen. Niemand sieht das Material, solange du es nicht veröffentlichst. Und je mehr Aufnahmen du machst, desto lockerer und authentischer wirst du.

Das ist völlig normal! Wir hören unsere Stimme über den Knochenschall anders als andere. Gewöhn dich dran – den Zuschauern wird es gar nicht auffallen.

Das ist völlig normal. Mein Tipp: Lass die Aufnahme weiterlaufen, mach eine kurze Pause und fang den Satz noch einmal von vorne an. Diese kleinen Patzer kannst du später beim Schneiden deines Videos einfach entfernen.

Nein. Um ein professionelles Video aufnehmen und bearbeiten zu können, reichen kostenlose Versionen völlig aus.

Natürlich. Und das solltest du auch. Nur musst du darauf aufpassen, dass du die Musik auch verwenden darfst. Dazu gibt es verschiedene Plattformen wie zum Beispiel pixabay music oder YouTube Studio. Die Musik, die du dort findest, kannst du für deine Videos ohne Bedenken verwenden.

Du hast noch weitere Fragen?

Wenn du noch Fragen zum Video machen hast, dann schreibs doch einfach in die Kommentare. Oder schick uns deine Frage einfach über dieses Formular. Da können wir dir sicherlich weiterhelfen.

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