The Hitchhikers Guide for Drone Pilots

Endlich war es soweit. Weg aus der grauen, kalten Heimat hin Richtung Süden, Sonne und Wärme. Eine Woche Sommer, Sonne, Strand und Meer auf Fuerteventura stand auf dem Programm. Und weil ich meine Mavic Pro auch mal am Strand fliegen lassen wollte, habe ich sie natürlich mitgenommen. Vorher habe ich mir aber eine Frage gestellt: Kann das überhaupt mit?

Ich check das mal

Recherche im internet

Wenn man konkrete Antworten sucht, dann ist das Internet so ziemlich die schlechteste Quelle dafür. Dort findet man Antworten auf Fragen, die man nie gestellt hat. Wer hat nicht schon mal nach Ursachen für Schnupfen gesucht und herausgefunden, dass man eigentlich eh schon im Sterben liegt?

Mangels Alternativen blieb mir aber nichts anderes übrig. Ich hatte zwei Fragen: Was muss man beachten, wenn man eine Drohne im Flieger mitnimmt und darf man auf den Kanaren einfach so rumfliegen?

Danach habe ich nicht gefragt

Verwirrtes Gesicht

Nachdem ich diverse Foren nach Antworten durchforstet hatte, war ich nicht wirklich schlauer als vorher. Ich war sogar noch verwirrter als sonst. Natürlich kann dort jeder was Reinschreiben. Egal ob es stimmt oder nicht. Nach ein paar Minuten konnte ich die Schreiber schon gut einordnen. Es gibt Angsthasen, Besserwisser, Vorschriftenbefolger und Revolutionäre

Die Antworten auf die erste Frage, ob ich die Drohne im Flieger mitnehmen kann, reichten deshalb von „Kein Problem“ bis „Du wirst als Terrorist verhaftet und gleich hingerichtet“.  Es gibt sogar Leute, die fragen vorher bei der Airline an, ob sie eine Drohne mitnehmen können. Und kriegen dann eine Absage. Weil die Airline wahrscheinlich glaubt, dass die Leute dann im Flieger mit der Drohne fliegen.

Und am Strand?

Kind am Strand

Wie es mit herumfliegen in Spanien ausschaut, war schon schneller klar. Hier muss man auch nicht in Foren suchen, sondern schaut ganz einfach auf „richtigen“ Homepages. Und die Antwort darauf: Ja, wenn du nicht über Menschenansammlungen, auf Privatgrundstücken oder im Nationalpark fliegst. Dann gibts nämlich Strafen. Im Nationalpark kann das bis zu sechstausend Euro kosten.

Nachdem der Strand aber öffentlicher Grund ist, kann man dort fliegen – solange man niemanden gefährdet. Das hatte ich auch nicht vor.

Wie jetzt?

Nachdem ich noch immer keine Antwort darauf hatte, ob ich die Drohne im Flieger mitnehmen kann, habe ich mal die ganzen sinnlosen Infos aus den Foren beiseite geschoben und einfach mal nachgedacht. Natürlich kann ich die Drohne im Flieger mitnehmen. Ich kann ja auch eine Spiegelreflex mitnehmen.

Das einzige, was fraglich war, sind die Akkus. Die Mavic Pro hat nämlich so genannte LiPo-Akkus, die auch zu brennen anfangen können. Wenn sie aufgeladen werden. Das habe ich aber im Flugzeug nicht vor.  Wie auch, gibt ja keine Steckdose.

Eines war mir natürlich vorher klar: Die Propeller wandern in den Koffer, genauso wie die Zusatz-Akkus, das Ladegerät, die Fernbedienung und der restliche Klim-Bim. Wenn jemand will, kann er auch gerne reinschauen. Alles ordentlich verpackt. Die Drohne selbst bleibt im Handgepäck. Neben der Spiegelreflex.

Mal schauen…

Flughafen

Die erste Hürde war am Flughafen die Sicherheitskontrolle. Wie würden die Mitarbeiter dort reagieren?  Wird mir die Drohne abgenommen? Werde ich gleich festgenommen und stundenlang verhört? Werde ich meine Familie je wiedersehen? Oder passiert etwas, das ich mir nicht mal in meinen schlimmsten Albträumen vorstellen kann?

Die Mavic Pro war gut verpackt in meinem Handgepäck verstaut. Neben meiner Spiegelreflex und dem Tablet. Bei der Sicherheitskontrolle habe meinen elektronischen Geräten einen Korb gegeben. Wie es sich gehört. Dann bin ich durch den Detektor gegangen. Alles kein Problem. Bis mich der Sicherheitsmann angesprochen hat.

Schnell weg

Mädchen läuft weg

Was war passiert? Gar nichts. Ich musste nur die Schuhe ausziehen, Offensichtlich sind meine neuen Sneaker nicht Metalldetektor-tauglich. Ansonsten war nichts. Gar nichts. Nicht einmal ein „was ist denn das?“. Vielleicht wäre ich mit einem „Cool“ auch zufrieden gewesen. Die haben mich und meine Drohne aber einfach ignoriert. Meine Schuhe waren eben gefährlicher.

Beim Rückflug wars ähnlich. Niemanden hats interessiert. Keiner hat mich darauf angesprochen. Sogar meine Schuhe waren nicht mehr gefährlich.

Takeoff

DJI Mavic Pro

In Fuerteventura hatte ich beim Fliegen nur ein großes Problem: Den Wind. Der blies nämlich unablässig mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Wenn man da die Drohne aufsteigen lässt, kann ich die Einzelteile dann auf Teneriffa suchen.

Am dritten Tag hat der Wind dann aber nachgelassen. Was heißt hier nachgelassen – er war einfach weg. Ohne vorher Tschüss zu sagen. Das war meine Gelegenheit. Wie würden die Leute reagieren? Würde sich jemand bei mir beschweren? Keine Spur. Die Leute haben natürlich geschaut, was das ist. Einige haben meiner Mavic sogar zugewunken und gelächelt. Also alles in allem positiv.

Der ultimative Guide für Drohnenpiloten

Guide Don't panic

Drohne im Urlaub? Kein Problem. Zumindest nicht in Spanien. Natürlich kann man eine Drohne im Flugzeug mitnehmen. Ist ja „nur“ ein weiteres elektronisches Gerät. Die Mitarbeiter am Flughafen werden solche Geräte wahrscheinlich mehrmals am Tag zu Gesicht bekommen. Die Propeller habe ich nur sicherheitshalber in den Koffer getan. Hier würde ich schon einen Grund sehen, dass man das nicht mitnehmen darf. Könnte man ja auch als Waffe verwenden. Theoretisch.

Beim nächsten Mal werde ich mich aber wieder über die lokalen Vorschriften informieren. Es gibt Länder, wo man nicht mit einer Drohne fliegen darf. Nordkorea zum Beispiel. Ansonsten kann man sich im Internet über die Länder informieren.

Edgar Grasl

Edgar ist der kreative Kopf hinter Wieselfilm. Als bekennender Equipment-Junkie muss er immer das Neueste kaufen und testet die Dinger dann ausgiebig. Die ganzen Pferdefilme auf wieselfilm sind seinem Hobby geschuldet, dem Reiten.

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